Forschung

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Das IFRA als Vermittler zwischen deutscher und französischer Forschung

 

Ein vielseitiges Angebot

Das IFRA ist Teil der Instituts français d’Allemagne, ist aber auch in ein Netzwerk von 27 französischen Auslandsforschungsinstituten eingebunden.

Die Aktivitäten der Göttinger Mission Historique Française en Allemagne von 1977 bis 2009 werden weitergeführt. Seit dem Umzug nach Frankfurt in die Räumlichkeiten der Goethe-Universität, hat sich das IFRA der Förderung von Ausbildung, Forschung und Wissenstransfer zwischen französischen und deutschen Historikern, die die Geschichte des deutschsprachigen Länder in der Perspektive der „Longue-durée“ erforschen, verschrieben.

Mit ihren Arbeiten und Veranstaltungen setzen sich die Mitarbeiter des Instituts - festangestellte Wissenschaftler, Promotions- und Postdoc-Stipendiaten – für dieses Ziel ein. Das Institut vergibt des Weiteren jährlich ungefähr 40 Mobilitätsstipendien nach Deutschland  von unterschiedlicher Dauer an Studenten, Nachwuchswissenschaftler und französische Forscher, veröffentlicht eine Zeitschrift und Publikationen.

Eine fächerübergreifende Geschichte

Das Forschungsprogramm des IFRA konzentriert sich auf Bereiche, in denen Studien zu Transferprozessen sowie vergleichende Ansätze zu deutsch-französischer Geschichtsschreibung gewinnbringend angewandt werden können, vor allem auf die Geschichte kultureller und religiöser Praktiken des Mittelalters und der Neuzeit, aber auch auf politische Strukturen, Gebiete und rechtliche Ordnungen im Heiligen Römischen Reich und in Deutschland ab dem 19. Jahrhundert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Konzepten, Begrifflichkeiten und Methoden französischer und deutscher Historiker, sowie auf der Entstehungsgeschichte moderner Fächer und Fachbereiche der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Ein Kooperationsprogramm

Das IFRA organisiert, häufig in Verbindung mit anderen Forschungseinrichtungen, jedes Jahr mehrere wissenschaftliche Veranstaltungen, d.h. internationale Tagungen, Vorträge, Studientage und Workshops. Im Zentrum seiner Aktivitäten steht außerdem die Ausbildung von Doktoranden in Hinblick auf eine europäische Ausrichtung der Forschung in der Zukunft.

Die Kooperation mit den Partnern des Instituts nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Dazu zählen die Partneruniversität Frankfurt, andere französische und deutsche Universitäten und verwandte Institute wie das Centre Marc Bloch in Berlin, das Deutsche Historische Institut in Paris oder die großen französischen (CNRS, ANR, CIERA), deutschen (Max-Planck-Institute, z.B. das Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt oder deutsch-französischen Forschungseinrichtungen und Netzwerke (Deutsche-französische Hochschule). Mit sechs anderen Partnern arbeitet das IFRA seit 2012 in dem föderativen deutsch-französischen Forschungsnetzwerk der Geistes- und Sozialwissenschaften „Europa (be)greifen“ eng zusammen. So wird die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern gefördert, deren Untersuchungsgegenstand Europa ist. Mit der bilateralen, zwei Kulturen umfassenden, deutsch-französischen Herangehensweise sollen u.a. die Anforderungen, die sich dem Sozialstaat stellen, die nachhaltige Entwicklung und die Lösung von Konflikten erforscht werden.  

Verbreitung und Information

Das IFRA nimmt durch seine verschiedenen Aktivitäten eine Vermittlerrolle zwischen französischen und deutschen Historikern ein. Dazu gehören Vorträge und Einladungen von französischen Wissenschaftlern nach Deutschland, die Teilnahme an großen wissenschaftlichen Fachkongressen (Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte, Historikertag…) oder an Seminaren, wie dem Seminar Mots de l’histoire des CIERA, bei denen sich deutsche und französische Historiker mit ihren Konzepten und Arbeitsmitteln auseinandersetzen.

Durch seine Internetseite, durch eigene oder geförderte Veröffentlichungen und Übersetzungen, die Revue und die Rezensionen-Datenbank (abrufbar auf Revues.org, die Präsenz auf wissenschaftlichen Portalen (Menestrel) und die Unterstützung der deutsch-französischen Zeitschrift der Geistes- und Sozialwissenschaften Trivium, informiert das IFRA die deutschen und französischen Historiker kontinuierlich über die Forschungen in beiden Ländern. Es weist auf Universitäten, Institute und Forschungseinrichtungen mit deutsch-französischem Schwerpunkt hin und regt die Entstehung von neuen Hilfs- und Arbeitsmitteln an, so z. B. eine im Entstehen begriffene Datenbank deutsch-französischer Mediävisten.