Mittelalter

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Annuaire franco-allemand des médiévistes

Das DFMFA  (Deutsch-Französisches Mediävistenforum/Forum des Médiévistes Franco-Allemand) ging aus einer Initiative der Westfälischen Wilhelms Universität Münster (M. Kintzinger und T. Hiltmann), des Deutschen Historischen Instituts Paris (R. Große) und des Institut Français d’Histoire en Allemagne in Frankfurt am Main, heute IFRA (P. Monnet) hervor. Somit befindet es sich an der Schnittstelle von Forschung und Lehre, der Tätigkeit an einer Universität und dem Aufgabenfeld von Forschungsinstituten sowie, nicht zuletzt, an der Schnittstelle von Deutschland und Frankreich.

Zudem ist das Forum das Ergebnis eines in der deutschen wie in der französischen Mediävistik vorhandenen Interesses, die Zusammenarbeit, die bereits seit Jahrzehnten in Form von Publikationen, Übersetzungen, Tagungen und Kooperationen mediävistischer Verbände besteht, weiter zu vertiefen. Es ist außerdem Teil des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches, der sich zwischen den beiden Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg und der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags 1963 entwickelt hat. Jeder von uns weiß, in welchem Maße die Geschichte, im positiven wie im negativen Sinn, dazu beitrug, das Bild und die Identität des Anderen im Zusammenhang der deutsch-französischen Beziehungen zu formen. Gestern wie heute spielt die Geschichte des Mittelalters dabei eine zentrale Rolle.

 Die Plattform beruht nicht nur auf den neuen und in immer stärkerem Maße prägenden horizontalen und sozialen Netzwerken der Kommunikation, sondern auch auf der Bildung wissenschaftlicher Interessengruppen von variabler Geometrie, der spontanen Nachfrage nach schnellen Informationen sowie der Produktion und Verbreitung von Wissen innerhalb eines offenen europäischen Raums der geisteswissenschaftlichen Forschung.

Die Idee für die Gründung des Forums wurde 2012 geboren. Schon ein Jahr später konkretisiert in Form einer Datenbank deutscher und französischer Mediävisten, die an einer gegenseitignr Zusammenarbeit interessiert sind. 2014 nahm sie die Form eines wissenschaftlichen Blogs an. Ein solches Instrument entsprach dem Wunsch, der damals von zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen geteilt wurde, eine Plattform des Austauschs zu schaffen, die sowohl vielfältig, als auch entwicklungsfähig ist und den Nutzern, in unserem Fall den deutschen und französischen Mediävisten, die Gelegenheit bietet, bei der Gestaltung der einzelnen Rubriken mitzuwirken. Diese Philosophie eines horizontalen und gemeinschaftlichen Dialogs in einem attraktiven, freundlichen und offenen Rahmen hat die Initiatoren des Projekts dazu bewegt, sich für die Plattform auf hypothèses.org zu entscheiden, einem kostenlosen Portal für die Sozial- und Geisteswissenschaften, das u.a. eine große Zahl an wissenschaftlichen Blogs beherbergt, die allgemein anerkannt sowie lesbar sind und von den großen Suchmaschinen erfasst werden. Während die Plattform hypothèses.org zu Beginn ausschließlich frankophon war, ist sie durch spanische- und deutschsprachige Blogs inszwischen international ausgerichtet. Indem wir dieser Plattform den Vorzug gaben, entschieden wir uns für eine sichere und dauerhafte Form, die von vielen genutzt wird.

Die Struktur des Blogs, die von uns bewusst gewählt wurde, aber vom Benutzer jederzeit geändert werden kann, spiegelt seine Benutzerfreundlichkeit wieder. Jeder, der sich an der Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Mediävisten beteiligen möchte, kann ein eigenes Profil erstellen um anschließend Zugriff auf das der anderen Teilnehmer, auf Ankündigung von Vorträgen, Veröffentlichungen, Kolloquien, die Ausschreibung von Stellen, Praktika, Stipendien usw., die von Kolleginnen und Kollegen zu beiden Seiten des Rheins auf das Blog gestellt werden, zu haben. Aktiv kann der Nutzer selbst die verschiedenen Rubriken (Aktuelles, gewünschte Kooperationen, Stellenausschreibungen, Forschungsprojekte u.a.) bearbeiten.

Durch diesen Blog möchten wir dazu beitragen, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Mediävistik noch enger zusammen wächst. Hier wie dort sieht sich unser Fach grundlegenden Reformen und einer Neugestaltung der wissenschaftlichen, wie universitären Landschaft gegenüber. Der Erfahrungsaustausch im Bereich der Lehre, die Durchführung von Projekten, neue Wege der Publikation und Datenverarbeitung, neue Möglichkeiten der Finanzierung und Nachwuchsgewinnung an den Universitäten und Forschungsinstituten, an denen man sich mit der mittelalterlicher Geschichte beschäftigt, scheint uns eine von mehreren Antworten auf die Herausforderung zu sein, die unsere heutige Zeit stellt. Diese erlegen dem gesamten Denken einen Präsentismus auf, der nur allzu sehr darauf bedacht ist, die Vielschichtigkeit und den Tiefgang historischer Erfahrungen auszulöschen, deren Erforschung mit einem komparativen, interkulturellen und internationalen Ansatz unserer Auffassung nach zu den sozialen und intellektuellen Grundlagen unseres Metiers zählt.

Prof. Dr. Martin Kintzinger, Historisches Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte.

Prof. Dr. Torsten Hiltmann, Historisches Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Juniorprofessur.

Prof. Dr. Pierre Monnet, Direktor des Deutsch-französischen Instituts für Geschichts- und Sozialwissenschaften (IFRA/SHS), Frankfurt am Main.

Prof. Dr. Rolf Große, Leiter der Abteilung Mittelalter am Deutschen Historischen Institut Paris.

NB: Für weitere Informationen oder Fragen: an dmfa.info@uni-muenster.de

 

 

Internetressourcen zur mittelalterlichen Geschichte

Um Nutzern einen Überblick über die wissenschaftlichen Webseiten über die Geschichte des Mittelalters - insbesondere im deutschsprachigen Raum - zu ermöglichen, arbeitet das IFRA mit dem Online-Fachportal der französischen Mediävistik-Studien, Ménestrel, zusammen, bietet dabei eine kontinuierliche Sichtung der Neuerscheinungen sowie Übersetzungen der Einträge "De l'usage de..." an. Daher soll erst recht auf das Online-Fachportal Ménestrel verwiesen werden.