Über Uns

Am 01. September 2015, wurde das Institut Français d’Histoire en Allemagne (seit 2009 mit Sitz in Frankfurt) unter dem Namen „Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales“ (IFRA/SHS) neu gegründet. Dieser neue Name steht für eine Kooperation zwischen der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS), dem Ministère des Affaires Etrangères et du Développement International (MAEDI) sowie der Goethe-Universität Frankfurt (JWGU). Der neue Name steht gleichzeitig auch für eine disziplinäre Erweiterung der Geschichtswissenschaften mit den Sozialwissenschaften. Das IFRA/SHS setzt sich auch mit dem neuen Namen weiterhin sowohl für ein Forschungsprogramm ein, welches den wissenschaftlichen Austausch im deutsch-französischen Kontext fördert, als auch für ein jährliches Kulturprogramm, welches sich an ein größeres Publikum richtet.

Das Institut Français d’Histoire en Allemagne, aus dem das IFRA/SHS hervorgeht,  mit Sitz an der Goethe-Universität in Frankfurt, bestand von 2009 bis 2015 aus einer Fusion zwischen der Mission Historique Française en Allemagne – gegründet 1977 in Göttingen – und dem Institut Français in Frankfurt.

Das IFRA/SHS gehört weiterhin zu dem Netzwerk der Instituts Français in Deutschland und ist somit Teil des sehr eng vernetzten kulturellen und wissenschaftlichen Austausches mit dem Nachbarland Deutschland. Es fördert ein Programm, bestehend aus Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und Debatten, an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlichem, kulturellem und nicht zuletzt sprachlichem Austausch in Zusammenarbeit mit den Kultureinrichtungen der Stadt Frankfurt. Das IFRA/SHS zählt gleichzeitig zu den 27 vom französischen Außenministerium unterstützen Forschungszentren im Ausland (IFRE), die sich von Taschkent über Lima und Prag bis nach Tokyo und Jerusalem erstrecken. In diesem Zusammenhang wird IFRA/SHS von einem wissenschaftlichen Beirat, der sich aus französischen und deutschen Wissenschaftlern zusammensetzt, unterstützt. Durch eine Vernetzung dieser Art, auch durch die Anbindung an die Goethe-Universität Frankfurt, ergeben sich neue wissenschaftliche Perspektiven für den internationalen, interdisziplinären Dialog der Human- und Sozialwissenschaften.

Ein Ort des Austausches und wissenschaftlicher Forschung im deutsch-französischen Kontext

Der Geschichtsforschung kommt im intellektuellen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich eine besondere Rolle zu. Deshalb bemüht sich das IFRA in vielfältiger Weise darum, den direkten Austausch zwischen deutschen und französischen Historikern zu fördern. Wichtige Punkte sind hierbei

  • Die gemeinsame Grundlagenforschung
  • Das Erstellen leicht zugänglicher Portale und Veröffentlichungen, die den wissenschaftlichen und historiographischen Austausch zwischen beiden Ländern beschleunigen
    (siehe hierzu die Artikel zum Thema: "Faire de l'histoire en Allemagne" erschienen 2011 auf perspectivia.net und  "Geschichte machen in Frankreich" erschienen 2014 auf dem Onlineportal der revue du centre hébergé von Revues.org)
  • Die Unterstützung von Übersetzungen
  • Die Organisation von Konferenzen und wissenschaftlichen Veranstaltungen, bei denen französische und deutsche Wissenschaftler zusammentreffen (Sommerschulen, Kolloquien, jährlich wiederkehrende Workshops)
  • Die Vergabe von Stipendien für kürzere oder längere Forschungsaufenthalte in Deutschland, um eine neue Generation von Wissenschaftlern mit dem Spezialgebiet der deutschen Geschichte und Kultur zu fördern
  • Die Beteiligung an gemeinsamen Bildungs-, Forschungs- und Verlagsprogrammen (in Zusammenarbeit mit dem CIERA, dem Centre Marc Bloch in Berlin, dem Institut Historique Allemand de Paris, der Deutsch-Französischen Hochschule uvm.)
  • Die Konzeption und Entwicklung eines deutsch-französischen Forschungsverbunds unter dem Namen „Europa (be)- greifen“ (Saisir l’Europe)

Lokal verankert, international vernetzt

Das IFRA hat seinen Sitz in den Gebäuden der Johann Wolfgang Goethe-Universität, mit welcher seit 2009 eine Kooperationsvereinbarung besteht. Auf diese Weise ist das Institut in den neuen Universitätscampus integriert und kann von der Nähe zu den verschiedenen Fakultäten, den Forschungszentren des Max-Planck-Instituts, im Besonderen des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, mit denen das IFRA auch gemeinsame Projekte organisiert, sowie zu den wissenschaftlichen Bibliotheken profitieren. Hierzu zählen die Deutsche Nationalbibliothek, die Universitätsbibliothek und die Bibliothek der Geistes- und Sozialwissenschaften, in welche die Bestände des „Fonds Mandrou“ der ehemaligen Göttinger MHFA übergegangen sind. Frankfurts zentrale Lage innerhalb Deutschlands und Europas (mit fast gleich langen Wegen nach Berlin und Paris) sowie die vielen kulturellen und universitären Einrichtungen vor Ort haben die Wahl dieser Stadt als Standort für das IFRA begünstigt. Gleichwohl reicht der Aktionsradius des IFRA weit über die Grenzen Frankfurts hinaus in den gesamten (historisch betrachtet) „germanischen“ bzw. deutschsprachigen Raum hinein. Ursprünglich auf Mittelalter und Neuzeit spezialisiert, hat das IFRA seine Arbeit inzwischen auf das Gebiet der zeitgenössischen Geschichte ausgedehnt. In diesem Bereich besteht eine enge Kooperation mit dem Berliner Centre Marc Bloch, dem CIERA (einem Zusammenschluss französischer Universitäten und Forschungseinrichtungen, die sich mit Deutschland befassen), dem Institut Historique Allemand de Paris und mit anderen Institutionen, an denen die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen erforscht wird (Universitäten, FrankreichzentrenDeutsch-französisches Institut in Ludwigsburg, Max Planck-Institute wie jenes zur europäischen Rechtsgeschichte in Frankfurt, etc.).

Ein Ort der Verbreitung von Wissen und Ideen

Als Anlaufstelle für französische Forscher und Ort des internationalen wissenschaftlichen Austauschs besteht eine weitere wichtige Aufgabe des IFRA in einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit, um die gewonnenen Erkenntnisse über einen kleinen Kreis von Spezialisten hinaus einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Das IFRA gibt zu diesem Zweck jährlich eine Zeitschrift heraus, in der in den letzten 30 Jahren rund 2000 französische Rezensionen deutscher Werke erschienen sind und die seit März 2013 auch online unter dem französischen Portal Revues.Org verfügbar ist. Diese wird ab 2016 Bestandteil der deutsch-französischen Online-Plattform für Geschichts- und Sozialwissenschaften sein, die ebenso vom Centre Marc Bloch und dem CIERA getragen wird.

Zugleich versucht das IFRA, die Ergebnisse und den Zwischenstand von Projekten zu veröffentlichen, die es selbst unterstützt hat – seien es Monographien oder Sammelbände, die in der Folge eigener Kolloquien entstanden. Eine besondere Rolle nehmen hierbei die vom Institut geförderten Übersetzungen ein. Mit den Publikationen aus früheren Zeiten des MHFA kommt das Institut so auf insgesamt rund 100 Titel. Auch gemeinschaftliche Online-Veröffentlichungen unterstützt das IFRA kontinuierlich, z.B. das Portal für Mittelalterstudien Menestrel, die Arbeit an dem Atlas Historique d’Alsace oder die digitale deutsch-französische Zeitschrift Trivium. Seit 2012 verwaltet und aktualisiert das IFHA (jetzt IFRA) in Kooperation mit der WWU Münster ein deutsch-französisches Mediävistenforum unter dem Namen DFMFA. Nicht zuletzt unterstützt das IFRA/SHS die Stärkung eines deutsch-französischen Netzwerks, in Form von binationalen Studiengängen auf Masterniveau sowie Forschungsprogrammen für Doktoranden, die unter dem Dach der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH) angesiedelt sind; im Einzelnen bestehen Kooperationen zwischen der EHESS (École des hautes Études en Sciences Sociales) und der Universität Heidelberg (PHD-Track in Geschichtswissenschaften), der EHESS und der Goethe-Universität in Frankfurt (binationaler Masterstudiengang in Ethnologie und Anthropologie), der EHESS und der Humboldt- Universität zu Berlin und der technischen Universität Dresden (Deutsch-französisches Doktorandenprogramm in Geschichtswissenschaften), sowie zwischen der Université de Paris I Panthéon-Sorbonne und der Goethe-Universität Frankfurt (Deutsch-französisches Graduiertenkolleg in Geschichte).

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